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Teil 3 – Der Überfall

Auf einmal fand er die Schänke gar nicht mehr so unangenehm und die anderen Insekten fand er nun eigentlich ganz nett. Er schaute glücklich um sich. Hinten in der Ecke saß ganz einsam ein alter Ameisenmann mit einem Rucksack auf dem Rücken. Er hatte einen langen grauen Bart und eine auffällige grüne Eichelmütze auf dem Kopf. Schöne Schnitzereien mit Blumen zierten die Mütze.

Moritz ging zu dem alten Ameisenmann und fragte diesen: „Guten Abend. Sie haben aber eine sehr schöne Mütze auf. Darf ich die mal anschauen?”
Freundlich lächelte der Ameisenmann ihn an. „Aber natürlich, aber sei vorsichtig. Sie ist sehr alt und sie hat Zauberkräfte.”
Er nahm die Schnalle ab und überreichte Moritz die Mütze.
„Ooooh”, staunte Moritz. Der alte Mann freute sich über Moritz’ Begeisterung.

„Kannst du bitte auf die Mütze aufpassen? Ich muss mal die Toilette aufsuchen.” Moritz nickte erfreut, da er die Mütze noch etwas länger in den Händen halten durfte.
Beide hatten nicht bemerkt, wie Gregorio sie aus dem Augenwinkel beobachtet hatte. Er langweilte Violetta schon eine ganze Weile mit seinen Monologen. Endlich sah er ein, dass er bei ihr keine Chance hatte.
„Ich bin gleich wieder für dich da, Schönheit”, sagte er und bewegte sich in Richtung Toilette.

Belustigt sah er Moritz im Vorbeigehen an, der inzwischen dabei war, die Mütze anzuprobieren. Er zog die Mütze auf den Kopf und machte die Schnalle fest. Sie passte wie angegossen. Moritz stellte sich vor, sie gehöre ihm. Gerne würde er auch mehr über die Zauberkräfte erfahren. Er freute sich schon darauf, dass der alte Mann wieder zurückkam.
Gregorio lachte sich ins Fäustchen. Alles passte perfekt zusammen, wenn es so klappte, wie er es sich vorgestellt hatte.

Er verschwand in der Toilette. Außer ihm waren noch eine Termite und der Ameisenmann im Raum. Sie nickten sich kurz zu.
Gregorio wartete, bis die Termite rausging. Dann ging alles blitzschnell. Gregorio zog einen Stock aus der Tasche und schlug dem Ameisenmann rücklings auf den Kopf. Sofort sackte dieser zusammen und blieb bewusstlos liegen.
Er öffnete den Rucksack des Ameisenmannes und schüttete diesen aus. Heraus kamen fünf gepresste Barren aus Pustetalern. Gregorio freute sich innerlich wie verrückt, damit konnte er mindestens tausend Sonnenaufgänge lang überleben!

„Was ist hier los?”, hörte er auf einmal eine Stimme hinter sich. Moritz stand mit großen Augen in der Tür und erschrak beim Anblick des bewusstlosen Ameisenmannes.

Gregorio reagierte schnell. Er rannte aus der Toilette und schrie: „Hilfe! Ein Überfall! Der Marienkäfer hat den Ameisenmann erschlagen! Schaut, er hat sogar seine Mütze gestohlen!”
Moritz hatte sich über den alten Mann gebeugt und versuchte ihm zu helfen. Der alte Mann flüsterte ihm zu: „Schnell, verschwinde. Ich weiß, dass du es nicht warst. Aber sie werden dich beschuldigen. Da ist eine Tür, die nach draußen geht. Geh, geh ins Regenbogenland, da bist du sicher!”
Wie von Zauberhand erschien plötzlich eine Tür in der Wand. Der Ameisenmann wurde wieder bewusstlos.

Moritz zögerte, er wollte den Mann nicht alleine lassen.
Aber die Termiten kamen nun herein und schrieen: „Da ist der Dieb! Fasst ihn!”

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